Wetten, dass..? Teilnahme am 13.12.2014 in Nürnberg

Zum letzten Mal: Wetten, dass…? Und wir waren dabei!

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Mit Hundehandkuss nimmt „Wetten, dass..?“ Abschied. Nach 33 Jahren und 215 Sendungen, hieß es am vergangenen Samstag zum letzten Mal: „Top die Wette gilt“. In Nürnberg fand die Sendung einen würdigen Abschied. Über 11 Millionen Zuschauer zu Hause an den Fernsehern und 2500 Mensch im Publikum bestaunten das Aufgebot an Prominenz und interessanten Wetten.
Die Wette mit dem größten Humorfaktor war laut der Medien unsere Hundehandkusswette des 7jähigen Paul Altmaier aus Gau-Odernheim in Rheinhessen. Er wettete, dass er mit verbundenen Augen 22 Hunde daran erkennen kann, wie diese ihm die Leberwurst vom Handrücken ableckten. Man fragt sich wie ein so kleiner Knirps auf solch eine Idee kommt?
Mit seinem Vater Johannes Altmaier, der gebürtig aus Spabrücken stammt, und dessen Partnerin lebt Paul mit seinen 3 Hunden in einem Weingut in Gau-Odernheim. Beim Spiel mit seinen Hunden bemerkte er, dass diese unterschiedlich lecken. Nachdem er mir dies erzählte, habe ich vorgeschlagen, er solle doch damit zu Wetten, dass..? gehen. Und somit war die Wett-Idee geboren.

22 besonders geeignete Mensch-Hund-Teams wurden von mir zusammengestellt.

Die Hunde mussten einen sehr guten Gehorsam und wirklich gute Nerven besitzen. Denn aufgrund meiner eigenen Teilnahme bei Wetten, dass..? in Leipzig vor drei Jahren, wusste ich, welche Anforderungen auf die Hunde zukommen würden.

Seit August trafen sich die 22 Teams wöchentlich zum Üben in der Tierpsychologischen Hundeschule Marschall in Münchwald. Aus Lahnstein, Albig bei Alzey oder auch aus Kirn reisten die Mensch-Hund-Teams an. Von jedem Hund wurde das Leckverhalten analysiert und notiert. Anfangs leckten die Hunde ungehalten und zogen zur Leberwurst, welche sich auf Pauls Handrücken befand, hin. Aber Paul vertraute den Hunden blind und zeigte somit großen Mut!

Mit der Zeit wusste Paul ganz genau welcher Hund zart, wild, rau, mit kleiner, großer oder gar mittlerer Zunge leckt. Ob er Haare spürte, ob ein Hund knabbert oder stupst. Für die Außenstehenden ein Phänomen.

Die Hunde lernten, dass erst nach einem Blickkontakt zu ihrem Besitzer die Leckrunde eröffnet war. Denn reden, beziehungsweise Kommando geben, war ja strengstens untersagt. Genauso wie an der Leine ziehen.

Nach mehreren Trainingseinheiten stand der Vortest an. Hierzu reiste Simone Bartel, eine ZDF- Redakteurin, an, um zu beäugen, ob Paul sein „Handwerk“ beherrscht. Vortest bestanden! Nun ging es erst richtig los. Mein Anspruch an die Hunde bezüglich der Leinenführung stieg an. Das Problem bestand darin, dass jeder einzelne Hund mittlerweile verstanden hatte, wie gut Leberwurst schmeckte und dass diese sich auf Pauls Handrücken befand. Und da gab es ja noch 21 Konkurrenten, welche ebenfalls zur Leberwurst wollten.
Als Hausaufgabe gab es dann das Leberwurstlecktraining!

Mitte November stand der Nachtest auf dem Programm. Simone Bartel rückte erneut an und filmte das Können von Paul, um es erneut in der Redaktion vorzustellen. Nachtest bestanden. Auf in den Endspurt!

Und ruckzuck war es soweit! Am Donnerstag, den 11.12. hieß es für 22 Mensch-Hund-Teams: Abfahrt nach Nürnberg zu „Wetten, dass..?“. Viele Teams schlossen sich zu Fahrgemeinschaften zusammen und bezogen in Nürnberg ihre Doppelzimmer im Hotel Hilton.

Paul, sein Vater, dessen Partnerin und ich reisten schon mittwochs an. So konnte Paul sich einen ersten Eindruck von den Dimensionen dieser Show verschaffen und diesen über Nacht verarbeiten. Auch für mich war es wieder beeindruckend zu sehen, wie viele Leute an dieser Sendung beteiligt, wie groß die Hallen waren und wie viel Equipment benötigt wurde. Wirklich erstaunlich. Der Kleine Paul hatte seine Freude. Er war völlig begeistert. Da Paul eher ein etwas introvertierter Typ ist, waren die vielen neuen Gesichter doch recht beeindruckend und ungewohnt. Kostüm, Maske, Ablauf, Interviews und so viele Dinge die geklärt werden mussten. Ich weiß nicht wie vielen Leuten er die Hand schüttelte.

Allein wir hatten extra 2 Begleitpersonen dabei, die keinen eigenen Hund führten. Es war immer etwas zu klären und zu besorgen. Gut ist, wenn man 2 „Springer“ dabei hat. Vielen Dank an Katze-Kathleen Manitz und Thomas Hees.  

Donnerstagnachmittag ging es dann mit der ersten Probe im Bühnenbild los. Mit Lichtdoubles für die Promis und für Markus Lanz, noch ohne Kostüm, aber mit viel Aufregung sollten wir als Paul´s „Untertanen“ mit unseren Hunden auf der Bühne sitzen. Die Frage war nur, wer sollte wo sitzen und wie kommt jeder Einzelne auf seinen Platz. Hmmm, das musste geübt werden.

So konstruierten wir in unserem Aufenthaltsraum die 2 Sitzreihen des Bühnenbildes nach. Und nun hieß es aber zack zack, wir hatten nur noch eine Stunde Zeit und dann musste das klappen. Abends zuvor hatte ich mir noch die passende Reihenfolge überlegt. Die Hunde wurden farblich so aufgeteilt, dass sich ein buntes Bild ergab. Mehrfach übten wir  das Einlaufen, dass drehen am eigenen Stuhl und das Hinsetzen. Und wie immer galt: Leine rechts, Futter links, Blickkontakt zu Hund und ein Gespräch mit ihm führen. Und siehe da, alles super verlaufen. Dann kam der erste Einlauf in die Halle.

Wieder dieser spiegelglatte Boden! Wirklich extrem. Und zwischendurch immer wieder Bodenholzelemente, die beim Darüber laufen etwas nachgaben und jedes Mal einen Knall erzeugten. Zwei Hunde waren etwas irritiert. Mit viel Geduld, der richtigen Anleitung meinerseits und Vertrauen zu ihren Besitzern wurde dieses Problem gelöst. Paul war noch etwas verschüchtert, dennoch erkannt er die Hunde blind. Puhh, das war geschafft. Die erste Sitzprobe hatten wir hinter uns.

Abends folgte dann die erste Probe mit Kostüm

Freitags vormittags folgte die erste Probe mit Markus Lanz persönlich und in unserem Kostüm. Die blauen Blusen wurden von „Jutta vom Kostüm“ ausgesucht und uns noch teils auf den Leib geschneidert. Mit Stolz trugen unsere Hunde die blauen Hundehalstücher mit dem jeweiligen Namen drauf. Vielen Dank für die nette Umsorgung.
Dann ging es auch schon wieder los. Alle in einer Reihe aufstellen und: warten! Ja, auch das Warten will gelernt sein. Eines ist beim Fernsehen wichtig zu wissen: ein Jetzt ist meist ein Gleich. Will heißen: das kann noch dauern! Ja, und so standen wir dann in unserer Reihe und harrten der Dinge die da kommen. Unserer Hunde machten es sich zwischenzeitlich bequem und leget sich zu unseren Füßen nieder, um ein Schläfchen zu halten. Von den routinierten ZDF Backstage-Mitarbeitern wurden die Hunde immer wieder bestaunt und gelobt. Wie ruhig diese doch wären, dass man ganz entspannt arbeiten könne, weil man in den 3 Tagen der Proben keinen einzigen Hund hatte bellen hören. Das hätten sie auch schon ganz anders erlebt! Markus Lanz selbst kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, als er sah, wie diszipliniert sich die Hunde verhielten. Einfach eine Show! All das Training und die Mühe haben sich gelohnt. Denn: unsere Hunde fallen auf, weil sie nicht auffallen. Und nur so war diese Wette möglich! Davon überzeugten sich auch das Veterinäramt und ein ZDF-Arbeitsschutzbeauftragter. Alle waren über die entspannten und wohlerzogenen Hunde verblüfft. Aber dafür waren wir ja schon bekannt, denn schon vor drei Jahren, anlässlich meiner Wette in Leipzig, wurden wir unendlich bestaunt.
Scherzhaft fragte mich Markus Lanz in der Probe: „ Das ist ja unglaublich. Mit was habt ihr denn die Hunde sediert?“ Ich antwortete ihm: „Nicht sediert, sondern trainiert!!“. Er war wirklich verwundert.

Diese Probe verlief problemlos. Ebenso abends die Generalprobe wieder im Kostüm, aber ohne schwarze Hose. Denn das Problem war, dass die Hunde aufgrund der Leckerchen so viel sabberten. Gar nicht schön! Und wir wollten doch alle schick aussehen, beim großen Fernsehauftritt.

Zwischendurch fuhren wir wieder zum Hotel. Diese lag nur 10 Min. von der Messe entfernt und direkt am Wald. So konnten die Hunde all ihren Stress und die Aufregung der Besitzer ablaufen und toben. Ein perfekter Ausgleich für uns alle.

Lustig war, dass viele von uns privat einen Kleinbus fahren. Einige führen zu Hause ein Weingut oder besitzen mehrere Hunde, weshalb ein Vito, T5 oder Opel praktisch ist. Natalie Korn aus Oberheimbach brachte spontan ein paar Flaschen Wein und Prosecco aus der Heimat mit. So veranstalteten wir gegen Abend spontan eine Busparty. Im Hintergrund sang Helene Fischer und die Stimmung war total entspannt! Den Abschluss fand der harte Kern in der Hotelbar. Dort bekam nach 21 Jahren Hotelbetrieb unsere Truppe das erste Mal eine Happy Hour genehmigt. Es war einfach nur lustig. Ich muss sagen: Die Gruppe passte perfekt zusammen, was wohl daran lag, dass ich die richtigen Teilnehmer ausgesucht hatte!

Denn dieser Aspekt ist nicht zu unterschätzen. Nicht nur die Hunde müssen sich verstehen, auch deren Besitzer. Aber da gab es keinerlei Probleme. Ganz im Gegenteil! Es war ein wirkliches Miteinander! Schön zu erleben. Vielen Dank an euch alle!

Samstags hatten wir bis 16:30 Uhr frei.

Manche fuhren nach Nürnberg in die City zum Shoppen oder auf den Nürnberger Christkindlmarkt.

Oder beschäftigten sich anderweitig!

Um 16:30 Uhr fanden wir uns alle pünktlich im Aufenthaltsraum in Halle 3 der Messe Nürnberg ein.
Das Kostüm noch eingepackt, etwas vorgeschminkt und voll entspannt versammelten wir uns.
Ein letztes Mal ging ich mit Paul die Hunde durch. Es schaute sich immer den Hund an, nannte mir den Namen und rief sich im Kopf noch mal das Leckverhalten hervor. Ein echt süßer Knirps der Kleine.

Anschließend starteten wir noch einen Abschlussdurchgang. Paul setzte sich seine Originalbrille auf und die Hunde kamen nach einander an die Reihe. Er war sehr zappelig und doch etwas nervös. Wir verkürzten diesen Übungsdurchgang ein wenig und Paul konnte sich auf die Tribüne setzen, den letzten Proben folgen und sich somit etwas beruhigen. Wir übten derweil die Wetteinlösung mit den Männern!

Um 18 Uhr ging es dann in die Maske. Immer in 5er Gruppen trudelten wir dort ein und bekamen den letzten Schliff. Die Wartenden gingen in die Kantine um sich zu stärken. Und so rückte unser Auftritt immer näher. Hier ein paar Eindrücke aus dem Backstagebereich und der Vorbereitung auf unseren Auftritt:

Gegen 20 Uhr hörten wir dann den Applaus des 2500 Mann starken Publikums zum warm up. Wirklich extrem, welch eine Energiewelle man dadurch spürt.
Nun wurden die Hundebesitzer nervös und die sonst so übliche klare Führung ließ zu wünschen übrig. Ich schickte noch mal alle Teams hinaus in den Innenhof, um Fuß, Sitz und Platz zu üben. Dies diente der Beruhigung von Mensch und Hund und brachte wieder Struktur in die Situation. Anschließend war die Stimmung wieder entspannter. Natürlich wurde immer Sorge dafür getragen, dass die Hunde sich ungestört lösen konnten.
Alle zogen nun ihr Kostüm komplett an, die Hunde wurden noch mal durchgestylt und bekamen ihr Hundehalstücher umgehängt. Nun konnte es losgehen.
Auf geht´s: top die Wette gilt. Im Gänsemarsch liefen wir während des Auftrittes von Helene Fischer durch die Halle zum Seiteneingang, um dort zu warten. Ich glaube es waren bestimmt 15 Minuten, die wir das so rumstanden und das Herz bis zum Hals schlug. Hoffentlich klappt das alles, löst sich kein Hund auf der Bühne, zieht keiner an der Leine, bellt oder verhält sich sonst irgendwie daneben. Und: hoffentlich geht es dem Kleinen Paul hinter der Bühne mit seinem großen Stoffhund unterm Arm gut. Respekt! Kaum zu beschreiben wie es ist, wenn die Wand aufgeht und 2500 Leute und so ein paar Millionen Zuschauer ihre Augen auf einen gerichtet haben. Gut ist, dass der Kleine dies, aufgrund seines Alters noch nicht so gut abschätzen konnte. 
Ein paar Minuten standen wir mit unseren Hunden schon in der Halle, bevor wir offiziell einmarschieren konnten. Das Publikum war ganz verzückt!
Ja, und dann war der Einmarsch auch schon dran. Ruck zuck hatten wir alle unsere Position eingenommen. Und nun sehen Sie selbst:

Wette gewonnen!!!! Puhhh, war das knapp! Wir haben so mitgefiebert und dem Kleinen die Daumen gedrückt! Er war so zuckersüß! Und doch so cool!
Das Resümee der Hundebesitzer: „Wir sind unendlich Stolz auf unsere Hunde. Aber noch mehr auf unseren kleinen Paul. Das soll ihm erst mal einer nachmachen. Er ist unser Star!“
Für all seine Mühe wurde Paul mit einer gewonnenen Wette und einer Reise mit seinem Vater nach Costa Rica belohnt. Von unserer Truppe bekam Paul als Dankeschön einen neuen CD-Player, weil sein alter wohl den Geist aufgegeben hatte. Und zu Paul´s Verwunderung übereichte ich ihm eine von Helene Fischer persönlich signierte Live- CD ihrer Farbenspiel tour. Zwischen den Proben liefen wir ihr über den Weg und sie war so nett und schrieb: „Für Dich mein lieber Paul. Deine Helene Fischer“. Man muss wissen, dass Paul ein großer Fan von ihr ist. Er freute sich riesig!

Besonders freute mich die Anerkennung der Truppe für meine Arbeit. Zum Ausgleich für meine verbrauchten Nerven bekam ich einen Gutschein für das Bäderhaus in Bad Kreuznach. Vielen Dank hierfür!
An wirklichen Schlaf war besonders in den letzten drei Nächten nicht zu denken. So überwältigend positiv das Feedback der Zuschauer war, hätte es auch umgekehrt sein können, wenn etwas schief gelaufen wäre. Dem war ich mir stets bewusst. Eine große Verantwortung! Ich war wirklich erleichtert! Aber ich hatte ja eine top Truppe!

Nach unserem Auftritt ließen wir die Hunde kurz rennen und brachten sie bis zum Ende der Sendung in die Autos zum Schlafen und Runterkommen.
Wir verfolgten die Sendung weiter aus dem Backstage-Bereich. Hier trafen wir auf den einen oder anderen Prominenten.

Nach Ende der Sendung ging es wieder ins Hotel und jeder ging noch eine Runde Gassi mit seinem Hund zum weiteren Stressabbau.
Und dann noch einmal frisch machen, das Aftershow-Poloshirt übergezogen und ab ins Taxi zum VIP-Bereich des Grundig-Stadions in Nürnberg. Ein besonderes Dankechön geht an die Hundefuttermittelfirma Belcando. Sie hat uns die Leckerlietäschchen für unseren Aufritt und After-Show-Poloshirts zu verfügung gestellt! Sie sehen wirklich super aus und werden von uns in Ehren gehalten.
Eine echt tolle Party auf 2 Etagen, mit super DJ und leckerem Buffet. Wir tanzten bis spät in die Nacht und genossen diese Party bei bester Laune.

Einen Wermutstropfen gab es allerdings. Dies war auch die Abschiedsparty der Wetten, dass- Mitarbeiter. Zum letzten Mal flimmerte diese Sendung über die Bildschirme.
Nur wer dabei war weiß, wie groß der Aufwand war. 300 Mitarbeiter waren 14 Tage mit Auf- und Abbau und sämtlichen Vorbereitung beschäftigt. 11 Millionen Zuschauer saßen zu Hause an den Bildschirmen und schauten zu. Dies soll ein Stefan Raab oder sonst wer erst mal nach machen.
Ich persönlich finde es schade, dass solch eine Sendung niedergeschrieben und –geredet wird.
Natürlich hat alles ein Ende. Ich bin stolz darauf, dass ich 2-mal mit je 23 und 22 Hunden dabei sein und zeigen konnte, dass sich so viele Hunde unter extremer Situation zu benehmen wissen und dass mein Blickwinkel auf die Hundeerziehung der richtige ist. Denn solch ein Projekt klappt nur, wenn die Mensch-Hund-Beziehung stimmt und der Hund seinem Besitzer vertraut.
Für die teilnehmenden Teams wird es hoffentlich ein unvergessliches Erlebnis sein! Ich bin wirklich stolz auf euch. Und ich verspreche euch: Ich werde zukünftig nicht mehr ganz so streng sein, nur konsequent! ;-)

In diesem Sinne!

Eure Isabel

PS: Noch ein paar Reaktionen aus den Medien