Schulhund-Ausbildung in Rheinland-Pfalz

Arbeitskreis Schulhund Rheinland-Pfalz

Der Arbeitskreis Schulhund Rheinland-Pfalz ist als Service-Einrichtung an das Pädagogische Landesinstitut des Landes Rheinland-Pfalz, PL, angebunden und inhaltlich beauftragt durch das MBWWK.

Infos: www.schulhunde-rlp.de

Unser Schulhund-Ausbildungskurs ist vom Pädagogischen Landesinstitut RLP den dienstlichen Interessen dienend anerkannt.

Eignungstest zum Schulhund-RLP-Kurs 2019:

Theoretische Einleitung zum Schulhund-RLP-Kurs, Eignungstest zum Schulhund-Team und indivduelle Beurteilung des Hundes bzgl. der Tauglichkeit zum Schulhund-RLP.

Nächster Termin:
Freitag, den 15. Feb. 2019 von 14:00 Uhr bis 17:30 Uhr


Kosten: 45,-€ pro Mensch-Hund-Team
Teilnahme: nur nach vorheriger Anmeldung und Abgabe des Versicherungsbestätigung (bzgl. Hundehalter-Haftpflichtversicherung), aktueller Impfbescheinigung sowie aktuellem Gesundheitszeugnis.
(Den Vordruck der Versicherungsbestätigung und des Gesundheitszeugnisses finden Sie weiter unten zum Download).

Bitte bringen Sie Folgendes mit: Hundedecke, 1-2 Spielzeuge, kurze Leine, Halsband, Leckerchen und Wasser zum Saufen.

DIE PLANUNG FÜR DEN SCHULHUND-RLP-KURS 2019 IST ABGESCHLOSSEN. GERNE SENDEN WIR IHNEN DIE INFOS ZU. BITTE SCHREIBEN SIE UNS AN.

Die Schulhund-RLP-Ausbildung im Kreis Bad Kreuznach

 

Die Tierpsychologische Hundeschule Marschall bietet seit einigen Jahren die besondere und intensive Ausbildung von Schulhund-Rheinland-Pfalz-Teams an. Unser Ausbildungskurs zum Schulhund-RLP-Team entspricht den Ausbildungsempfehlungen des Arbeitskreises Schulhund Rheinland-Pfalz.

Seit einiger Zeit zeichnet sich eine neue Entwicklung an den Schulen ab. Schulhunde werden als Co-Pädagogen im Unterricht der Schulen in Rheinland-Pfalz eingesetzt.

Eines vorweg. Der Schulhund tritt nicht alleine auf. Er tritt immer zusammen mit seinem Besitzer auf, einem Pädagogen, der gemeinsam mit seinem Hund eine besondere Ausbildung zum Schulhund-RLP-Team durchlaufen hat.

Das Schulhund-RLP-Team kann vielseitig eingesetzt werden. Der Schulhund kann den Klassenlehrer im täglichen Unterricht als „Klassenhund“ begleiten und unterstützen. Dabei kann er auch aktiv in den Unterricht miteinbezogen werden. Oder an der Schule kann eine Schulhund-AG gegründet werden, in der Schüler behutsam an das Thema Hund herangeführt werden und eigene Erfahrungen im positiven Umgang mit einem Haustier sammeln können. Der Schulhund kann natürlich auch im Sachkundeunterricht als „lebendiges Anschauungsobjekt“ eingesetzt werden.

Was bewirkt der Schulhund?

Um nur einiges zu nennen. Der Schulhund trägt – bereits durch seine bloße Anwesenheit - zu einer Steigerung der Konzentrationsfähigkeit bei. Er lenkt nicht vom Unterricht ab, sondern sorgt vielmehr für eine angenehme und entspannte Lernatmosphäre. Von den Schülern wird der Schulhund als ein vollwertiges Mitglied der Klasse anerkannt und behandelt. Die Schüler übernehmen Verantwortung für ihn, was sich positiv auf das Sozialverhalten der Schüler auswirkt. Darüber hinaus bringt der Schulhund Freude in den Schulalltag und steigert die Motivation und Lernbereitschaft der Schüler. Insbesondere an Grund- und Förderschulen stellt der Einsatz eines Schulhund-RLP-Teams eine Bereicherung des Schulalltags dar.

All das motiviert uns, uns intensiv der Ausbildung von Schulhund-RLP-Teams zu widmen. Unsere Aufgabe sehen wir darin, verantwortungsvolle Mensch-Hund-Teams in der Ausbildung zum Schulhund-RLP-Team zu begleiten. Der Hund soll seiner Aufgabe als Schulhund gerecht werden, aber sein Einsatz an der Schule darf nie zu seinen Lasten gehen. Das ist uns ein besonderes Anliegen.

Ein paar ganz persönliche Worte vorweg:

Des Menschen bester Freund ist bekanntlich der Hund. Er berührt den Menschen im Herzen, stellt sich vorbehaltlos auf ihn ein, will ihm gefallen und liebt ihn bedingungslos. Kein Wunder, dass die Bedeutung des Hundes als Co-Pädagoge und die daraus erwachsenden Möglichkeiten, die der Hund im Unterricht bietet, immer mehr erkannt werden. So kommt es, dass Hunde immer häufiger an Schulen eingesetzt werden. Oft werden ungeschulte und ungeprüfte Hunde eingesetzt, die mit ihrer Aufgabe überfordert sind.
Um dies zu verhindern, ist eine fachkundige und intensive Ausbildung von Schulhunden unbedingt erforderlich. Die Tierpsychologische Hundeschule Marschall bietet in Kooperation mit dem Hunde-Akademie Mandel e.V. die Ausbildung von Schulhund-RLP-Teams an.

Im Mittelpunkt der Ausbildung steht der Hund, den wir als Tier mit seinen arttypischen und individuellen Bedürfnissen und Motivationen wahrnehmen.

Wir Menschen nehmen den Hund in unsere Gesellschaft auf. Unsere Aufgabe ist es, den Hund so zu formen, dass er hineinpasst und dabei ein Hund bleiben darf. Wir sollten dies so tun, dass er versteht, was wir von ihm wollen und erwarten. Er lässt uns Mensch sein, und wir sollten ihn Hund sein lassen.

Nur unter Berücksichtigung seiner Bedürfnisse kann der Hund artgerecht und zufrieden im „Menschenrudel“ leben.

Die Ausbildung erfolgt somit artgerecht, dabei strukturiert, konsequent und liebevoll.

Erwachsene Hunde und deren Besitzer werden innerhalb von 7 Monaten zu souveränen Schulhund-RLP-Teams ausgebildet. Das Ziel sind seriös ausgebildete Hunde mit einer hohen Toleranzschwelle und deren fachkundige Besitzer, die nach erfolgreichem Abschluss der Schulhund-RLP-Ausbildung ihren Hund in ihren beruflichen Alltag integrieren. Wir bilden ausschließlich Schulhund-RLP-Teams aus, bestehend aus einem in der Familie lebenden Hund und seiner Bezugsperson, in der Regel seinem Besitzer.
Wir nehmen keine Hunde zur stationären Ausbildung auf! Ebenso verkaufen wir auch keine fertig ausgebildeten Schulhunde oder leihen diese aus.
Wir richten uns an Pädagogen, Erzieher und Betreuer, die mit Ihrem Hund gemeinsam diese intensive Ausbildung durchlaufen möchten, um mit ihm zu einem wirklichen Team, basierend auf Bindung und Vertrauen, zusammenzuwachsen.

An die Hunde werden hohe Anforderungen gestellt, auf die sie sehr gründlich vorbereitet und überprüft werden. Die Hundebesitzer benötigen ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen. Zum einen bzgl. ihres Hundes, zum anderen bzgl. ihres Umfeldes. Denn der Einsatz als Schulhund soll niemals auf Kosten des Hundes gehen.

Die Einsatzbereiche der Schulhund-RLP-Teams können sein:

  • Kindergärten
  • Grundschulen
  • weiterführende Schulen
  • Förderschulen
  • Bereich der Logopädie
  • usw.

Die Funktion des Schulhundes als Co-Pädagoge:

Die Anwesenheit des Schulhundes verbessert die Atmosphäre im Klassenraum und an der Schule, der Hund bildet eine Brücke zwischen Schüler und Lehrer und unterstützt damit den Lehrer in vielerlei Hinsicht. Das soziale Lernen und das Miteinander im Klassenverbund werden gestärkt und das Verantwortungsbewusstsein der einzelnen Schüler wird gefördert.

Der Schulhund fördert Empathie, lehrt Rücksichtnahme, baut Ängste ab, gibt Selbstvertrauen, reduziert Aggressivität, motiviert die Lern- und Leistungsbereitschaft und fördert die Konzentrationsfähigkeit des einzelnen Schülers.
Das Erstaunlichste ist, dass er dies auf eine ganz natürliche Art und Weise, echt und unverblümt, schafft. Mit einer Natürlichkeit, die in der heutigen Gesellschaft immer mehr abhandenkommt. Wir möchten Kindern den Kontakt zu einem solch wertvollen Kommunikationspartner ermöglichen.
Hunde können mit ihrer bloßen Anwesenheit „Türen öffnen“ und „Brücken bauen“. Sie unterstützen somit die Gesprächsbereitschaft der Schüler. Ein Schulhund schenkt Aufmerksamkeit, hört zu, sucht Nähe und Körperkontakt, versprüht positive Energie, ist stets gut gelaunt, nimmt jeden Schüler so, wie er ist. Er ist unvoreingenommen, bewertet und beurteilt nicht, ist offen und freundlich.
Kurz gesagt: Er schenkt Freude!

Anforderungen an die Grunderziehung:

Damit wir uns in der Schulhund-Ausbildung voll und ganz auf die Vermittlung der besonderen Fertigkeiten eines Schulhundes und die Besonderheiten seiner Einsatzbereiche konzentrieren können, sollte zu Beginn des Schulhund-Ausbildungskurses die Grundausbildung des Hundes weitestgehend abgeschlossen sein. Dadurch verzichten wir auf ein unnötiges zeitliches Ausdehnen der Ausbildung und reduzieren die Kosten des Schulhund-Kurses.
Im Schulhund-Eignungstest werden die Hunde in Bezug auf ihre Grunderziehung genau unter die Lupe genommen, da wir uns unserer Verantwortung bewusst sind und nur wirklich taugliche Schulhunde im Unterricht einsetzen möchten - zum Schutz aller Beteiligten.
Sollte bei der Grunderziehung noch Nachholbedarf bestehen, unterstützen wir Sie dabei sehr gerne.

Voraussetzungen zur Schulhund-Ausbildung:

Das Ausbildungsniveau jedes einzelnen Mensch-Hund-Teams wird zu Beginn des Schulhund-Ausbildungskurses in einem Erstgespräch und einem Schulhund-Eignungstest ermittelt. Der erfolgreich bestandene Schulhund-Eignungstest, ein aktueller Nachweis über die Hundehalter-Haftpflichtversicherung, das Gesundheitszeugnis und die Dokumentation eines ausreichenden Impfschutzes sind die Voraussetzungen, um am Schulhund-Ausbildungskurs für Schulhunde teilzunehmen.

Voraussetzung zur Schulhund-Prüfungsteilnahme:

Nach erfolgreicher Teilnahme am Schulhund-Ausbildungskurs und Vorlage der Teilnahmebestätigung des Basisvortrages der Tierpsychologischen Hundeschule Marschall werden Sie zur Schulhund-Prüfung zugelassen.
Nach Vorlage der bestandenen Begleithunde-Prüfung mit Wesensüberprüfung nach dem VDH e.V. erhalten Sie die Prüfungsbestätigung zum Schulhund-RLP.
Diese ist eine behördlich anerkannte Prüfung und stellt somit eine zusätzliche Absicherung für den Pädagogen dar.

Die Begleithunde-Prüfung (VDH e.V.) kann auch während der Ausbildungszeitdes Schulhund-Kurses in der Tierpsychologischen Hundeschule Marschall unter der Hunde-Akademie Mandel e.V. abgelegt werden.

Ein Schulhund:

  • soll aufgeschlossen und freundlich, aber nicht belästigend oder distanzlos sein
  • soll sich gerne anfassen und streicheln lassen, auch von mehreren Personen
  • soll gerne fressen, aber nicht nach Futter schnappen
  • soll nur das Futter aufnehmen, welches für ihn bestimmt ist
  • soll sich Futter und Spielzeug aus dem Fang nehmen lassen
  • soll Futter und Spielzeug auf Kommando herausgeben
  • soll belastbar, aber nicht dominant sein
  • soll sich mit anderen Hunden vertragen, sie aber weitgehend ignorieren
  • soll sensibel sein, aber nicht schreckhaft ...

Sollte Ihr Hund gewisse Anforderungen noch nicht erfüllen, so bedeutet dies natürlich nicht, dass er als Schulhund ungeeignet ist. Auch Hunde im erwachsenen Alter können sich noch weiterentwickeln und vieles dazulernen. Gerne unterstützen wir Sie dabei, sich und Ihren Hund in Form von Einzel- oder Kursstunden auf den SH-RLP-Eignungstest vorzubereiten. Umso früher Sie das Verhalten Ihres Hundes in die richtigen Bahnen lenken, umso besser. Daher empfehlen wir von Anfang an die strukturierte und sinnvolle Ausbildung nach unserem Ausbildungssystem in der Tierpsychologischen Hundeschule Marschall.

Generell steht bei uns das Wohl des Hundes vor dem Besitzerwunsch, ihn als Schulhund auszubilden.

Will heißen, es werden nur Hunde zur Schulhund-RLP-Ausbildung zugelassen, die gewisse charakterliche Grundvoraussetzungen in Bezug auf Belastbarkeit und Sensibilität mitbringen. Um diese festzustellen, folgt nach einem Erstgespräch der SH-RLP-Eignungstest. Sollte der Hunde diese Grundvoraussetzungen nicht besitzen, so lehnen wir eine Schulhund-RLP-Ausbildung ab, auch wenn es der Wunsch des Besitzers ist. Gerne unterstützen wir Sie dann bei der Suche nach einer anderen sinnvollen Beschäftigung mit ihrem Hund.

Ausbildung der Hundebesitzer:

Die Hundebesitzer werden in Theorie und Praxis geschult und intensiv an ihre zukünftigen Aufgaben herangeführt.

Die praktischen Trainingseinheiten finden in unterschiedlichen Schulen statt, ebenso die Hospitationen sowie die ersten praktischen Einsätze.

Die theoretische und praktische Prüfung zum Schulhund-RLP-Team findet in einer Grundschule statt und beschließt den Ausbildungskurs.

Um den Schulhund regelmäßig einsetzen zu können, ohne ihn dabei zu überfordern, muss der Besitzer lernen, seinen Hund zu lesen. Kleinste und fast unscheinbare körpersprachliche Signale geben Aufschluss darüber, wie es dem Hund im jetzigen Augenblick geht, ob er gestresst ist oder ob ihn die Situation beginnt zu überfordern.
Der Besitzer trägt in den Einsätzen die Verantwortung für das Wohl seines Hundes. Er muss z.B. entscheiden, ob eventuell ein Einsatz frühzeitig beendet werden muss, weil die aktuelle Situation zu anstrengend für den Hund ist. Um beide Parteien des Mensch-Hund-Teams grundlegend vorzubereiten, muss sich der Besitzer theoretisches Wissen aneignen. Dies alles hat zum Ziel, dass auch der Hund Freude an seiner „Arbeit“ hat und auch er einen Gewinn aus seiner sozialen Aufgabe ziehen kann.

Ausbildung der Besitzer:
Im theoretischen Bereich stehen folgende Themen auf dem Lehrplan:

  • Fachvortrag: Die Kommunikationssignale des Hundes
  • Fachvortrag: Die Körpersprache des Hundes
  • Fachvortrag: Der Gesundheitsvortrag (= Erste Hilfe und vieles mehr)
  • Themen-Vortrag: Schulhunde in Kindergärten, Grund- und Förderschulen
  • Themen-Vortrag: Schulhunde im Einsatz bei geistig und körperlich benachteiligten
  • Menschen
  • Besonderheiten des Schulhund-Einsatzes
  • Aufbau, Struktur und Ablauf der unterschiedlichen Einsatzbereiche für Schulhunde
  • Aufbau und Ablauf von aktiven oder passiven Unterrichtseinheiten
  • Theoretische Vorbereitung der Schüler auf den Schulhund
  • Theoretische und praktische Einführung des Schulhundes
  • Arbeitsmaterialen und deren Vorbereitung für den Schulhund-Einsatz
  • Rechtliche Vorkehrungen
  • Individuelle Beschäftigungsmöglichkeiten in den verschiedenen Einsatzbereichen

Ausbildung der Hunde:

Nach dem SH-RLP-Eignungstest werden die Hunde in der stufenweise aufgebauten Ausbildung an ihre Tätigkeiten in Kindergärten, Grund- und Förderschulen herangeführt.

Besonders hervorheben möchten wir, dass unser Schulhund-Ausbildungskurs zum größten Teil vor Ort, in verschiedenen Grundschulen stattfindet. Nur unter Anwesenheit von Kindern kann getestet werden, wie der Hund reagiert und ob er als Schulhund tauglich ist. Aus diesem Grund findet unser Schulhund-Ausbildungskurs donnerstags und freitags statt.

Ausbildungsinhalte im praktischen Bereich der Schulhund-RLP-Ausbildung sind zum Beispiel:

  • Belastbarkeit bzgl. Geräuschen, Lärm, Schrecksituationen
  • Belastbarkeit bzgl. Bedrängnis, Berührungen, Umarmungen, Hochheben
  • Futterneidtest gegenüber anderen Hunden
  • Füttern durch fremde Personen, ohne nach dem Futter zu schnappen
  • Abrufen während der Fütterung durch fremde Personen
  • Akzeptanz der Bedrängnis durch: Rollstuhl, Rollator, Krücken, Gehhilfen, Gehstock, Infusionsständer
  • Runtergefallenes Essen zu verschmähen und liegen zu lassen
  • Auf Distanz liegen zu bleiben und zu warten, bis der Besitzer wiederkehrt
  • Spielabbruch durch ein ruhiges Kommando
  • Der allgemeine Gehorsam in Begrüßungssituationen ohne Belästigung durch den Hund
  • Leinenführung, Sitz, Platz, Warten auf Distanz
  • Ablage auf Distanz und außer Sicht
  • Akzeptanz der Ruhedecke
  • Führung an der Leine durch Schüler
  • usw.

Wir trainieren mit den Hunden ruhig, konsequent, mit klaren und fairen Regeln, gewaltfrei und mit positiver Verstärkung. Die Hunde werden nicht instrumentalisiert, sondern als Individuen angesehen und so behandelt. Sie dürfen bleiben, was sie sind, nämlich Hunde!

All diese Belastungsübungen und Tests sollen von den Hunden souverän und ohne massive Stressanzeichen durchlaufen werden. Keinesfalls dürfen die Hunde Anzeichen von aggressivem Verhalten zeigen. Dies würde zu einem sofortigen Ausschluss führen. Die Hunde dürfen bestimmten Situationen ausweichen, aber kein ängstliches Verhalten zeigen. Ängstliches Verhalten würde zeigen, dass der Hund mit diesen Situationen überfordert ist und als Schulhund ungeeignet ist.
Der Einsatz des Schulhundes darf nicht auf dessen Kosten gehen. Nicht jeder liebenswürdige Hund ist zum Schulhund geeignet.
Der Anspruch an solch einen Hund ist hoch und wird nicht von jedem Hund automatisch erfüllt. Es ist keine Schande für den Besitzer oder für den Hund, wenn dieser die Anforderungen nicht erfüllt, sondern die Erkenntnis, dass der Hund überfordert ist und man für sich und den Hund besser eine andere sinnvolle Beschäftigung suchen sollte.
Die Schulhund-RLP-Ausbildung bewirkt, dass sich die Hunde in ihrer Leistung steigern und ein souveräneres Verhalten zeigen.
Das Vertrauen zum Besitzer wächst, da die Hunde langsam und bedacht an die Belastungsübungen herangeführt werden. Sie bekommen die Möglichkeit des Erlebens und des Dazulernens. Sie wachsen mit ihren Aufgaben. Dies zu beobachten ist für alle Beteiligten immer wieder faszinierend. Und so mancher Besitzer wird über seinen Hund staunen.

Um die Weiterentwicklung des Hundes auch nach bestandener Schulhund-RLP-Prüfung zu begleiten und um ungünstige charakterliche Veränderungen aufgrund von negativen Erlebnissen oder Überforderung zu vermeiden, müssen die Schulhund-RLP-Teams jährlich eine Nachprüfung ablegen, um somit eine aktuelle Unbedenklichkeitsbescheinigung zu erhalten. Dies dient dem Schutz des Hundes, des Hundebesitzers und natürlich den Schülern.

Alter, Rasse, Größe des Hundes?

Es gibt keine pauschalen Regeln, die darüber entscheiden, ob ein Hund zum Schulhund geeignet ist.
Wir denken nicht in Rassen, sondern in Charakteren und Wesenseigenschaften. Um diese zu beurteilen, durchläuft jeder Hund den Eignungstest. Die Individualität jedes einzelnen Hundes entscheidet darüber, ob er das Rüstzeug mitbringt, um ein guter Schulhund zu werden. Ihr Hund kann ein Mischling sein, er muss keiner besonderen Rasse angehören oder eine Mindest- bzw. Maximalgröße besitzen. Der spätere Einsatzbereich als Schulhund ist mitentscheidend.
Es empfiehlt sich, mit Hunden ab einem Alter von 12 Monaten die Schulhund-Ausbildung zu beginnen. Vorher sollten die Weichen in Richtung Tauglichkeit zum Schulhund gestellt werden. Das bedeutet, dass in den Monaten zuvor das Augenmerk auf den Gehorsam und den positiven Umgang mit Menschen und Artgenossen gerichtet wird.

Warum das Ganze?

Der Einsatz von gut ausgebildeten Schulhund-RLP-Teams hat viele positive Auswirkungen. Durch die regelmäßige Anwesenheit des Hundes im Klassenraum wird die Konzentration und die Leistungsfähigkeit der Schüler gesteigert. Der Hund lenkt nicht vom Unterricht ab. Ganz im Gegenteil. Die Schüler werden zu einem ruhigen Umgang mit dem Hund angehalten. Sie sprechen ruhig mit dem Hund und verhalten sich auch leise. Dadurch verbessert sich die Lernatmosphäre ganz wesentlich und die Kinder können in einem entspannten und harmonischen Rahmen lernen.

Die vordergründigen Ziele des Schulhund-Einsatzes liegen im sozialen Lernen. Die Schüler nehmen Rücksicht auf den Hund und zeigen auch gegenüber ihren Mitschülern mehr Rücksichtnahme. Die zwischen Lehrer und Schüler vereinbarten Klassenregeln werden - nicht zuletzt aus Rücksicht gegenüber dem Hund - zuverlässiger eingehalten. Die Kommunikation zwischen den Schülern verläuft ruhiger und entspannter. Durch die verbesserte Kommunikation finden positive Sozialkontakte statt. Gleichzeitig können auch Schüler mit einer Außenseiterstellung besser abgeholt und integriert werden. Aggressivität und auffälliges Verhalten einzelner Schüler können reduziert werden. Ebenso können Ängste abgebaut werden. Da der Hund auf das konkret gezeigte Verhalten der Schüler unmittelbar reagiert, er es somit reflektiert, wird positives Verhalten gefördert und negatives Verhalten vermieden. Der Hund ist ein sehr empathisches Wesen und durch sein Verhalten wird die Empathie der Schüler gefördert.

Da der Hund regelmäßig zum Unterricht kommt, wird er von den Kindern als vollwertiges Mitglied der Klasse betrachtet. Und die Schüler übernehmen für den Hund Verantwortung. Sie kümmern sich verantwortungsvoll um den Hund und sorgen dafür, dass er sich in ihrer Klasse wohlfühlt. Dadurch werden die sozialen Kompetenzen der Kinder gestärkt.

Der Hund wirkt beruhigend. Durch die regelmäßige Anwesenheit des Hundes im Klassenraum wird Stress abgebaut. Die Schüler sind ausgeglichener und können sich ruhiger ihren Aufgaben widmen. Nicht zuletzt wirkt sich die Anwesenheit eines Schulhundes ganz erheblich auf die Motivation der Schüler und ihre Lernbereitschaft aus. Die Schüler entwickeln eine positivere Einstellung zum Schulalltag.

Der Hund hat ein offenes Wesen und istempfänglich für Emotionen. Daher kann der Schulhund auch wunderbar als „Türöffner“ dienen, in dem er dem Lehrer den Zugang zu Schülern erleichtert. Sie lernen von und mit ihm. Zu sehen, mit welcher Freude der Schulhund seine Aufgabe meistert, wie er unvoreingenommen die Schmuseeinheiten und Leckerchen der Schüler genießt und wie viel Freude seine Anwesenheit auslösen kann: eine wirklich positive Bereicherung für alle Beteiligten!

Gerne senden wir Ihnen unsere detaillierten Schulhund-RLP-Ausbildungsinformationen und unsere aktuelle Planung für den nächsten Schulhund-RLP-Kurs zu.

Bei Interesse oder Fragen setzen Sie sich bitte direkt mit uns in Verbindung: info@ths-marschall.de oder telefonisch: 0671-20786611

Wir freuen uns auf Sie, Ihren Hund und auf eine gemeinsame intensive Ausbildung zum Schulhund-Team!