Therapie-Besuchshundeausbildung in Münchwald:

Therapiebesuchshundeprüfung 2011

Am 18. November 2011 stand die diesjährige Prüfung zum Therapiebesuchs-Mensch-Hund-Team an. Es sollte der Abschluss eines halbjährigen Kurses sein, der allen Teilnehmern fundiertes Wissen über Hund und Mensch vermittelt hat und wunderbare Begegnungen mit Senioren und Behinderten beinhaltete. Wie jedes Jahr stand diese Ausbildung unter dem Motto ‚Mit unseren Hunden Freude schenken‘. Man könnte es kaum besser treffen! Die Prüfung fand wieder im Seniorenheim Haus St. Josef in Bad Kreuznach statt, wo wir immer auf das Herzlichste aufgenommen werden. Ein großes Dankeschön an Fr. Vogelsberger, die für die soziale Betreuung der Senioren dort vor Ort zuständig ist, dass sie uns die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt und alles so gut im Vorfeld organisiert. Der Prüfungstag begann vormittags mit der Nachprüfung der bereits erfolgreich ausgebildeten Therapiebesuchshundeteams aus den Vorjahren. Neun Teams waren hierzu gemeldet, die souverän auftraten und die Senioren begeisterten. Hier war die Erfahrung der Teilnehmer deutlich zu spüren, die sie über das Jahr hinweg oder sogar schon mehrere Jahre über gesammelt hatten. Jedes Team muss sich einmal im Jahr unter den Augen der Hundepsychologin Isabel Marschall der Nachprüfung unterziehen, denn es ist wichtig, dass man sich als Mensch-Hund-Team ständig weiterentwickelt, die Beziehung vertieft und festigt, so dass der Hund das nötige Vertrauen zum Besitzer hat, um auch in Stresssituationen souverän und ruhig zu bleiben. Und natürlich gilt es auch, den zu besuchenden Personen gerecht zu werden, auf deren Eigen- und Besonderheiten einzugehen und Verständnis für deren Reaktionen zu zeigen. Kurz: Die Gesamtsituation bei einem Besuch gilt es ständig zu bewerten und gegebenenfalls zu verändern, denn Hund und zu besuchende Person sollen sich wohlfühlen und nicht überfordert oder überanstrengt werden. Kein leichtes Unterfangen, aber genau darauf zielt die Therapiebesuchshunde-Ausbildung ab und all dies wird in vielen Stunden in Theorie und Praxis geübt. Zum Ende des Vormittags gab es also zu vermelden: Neun Therapiebesuchshunde-Teams haben die Nachprüfung erfolgreich bestanden!

Doch wie sieht es mit den diesjährigen Prüflingen aus: Ihnen steht zunächst die Theorie-Prüfung mit Fragen aus den Bereichen „Körpersprache und Verhalten des Hundes“, „Gesundheitsfragen“, „Vorbereitung auf den TBH-Einsatz“ und „Umgang mit dem Hund während des TBH-Einsatzes“ bevor. Aufgrund der strukturierten und fundierten Ausbildung durch Isabel Marschall stellt sich heraus, dass diese Hürde jedoch von allen acht Teilnehmern trotz Nervosität mit Bravour genommen wird. Nun geht es weiter zum praktischen Teil der Prüfung, zu der sich wieder einige Seniorenheimbewohner in freudiger Erwartung im Aufenthaltsraum einfinden, um uns zur Hand zu gehen. Geprüft wird in Zweier- oder Dreier-Gruppen, also ein aktives Team und mindestens ein passives Team. Zunächst werden die Hunde auf ihre Wesensfestigkeit überprüft: Grundlegende Dinge wie gute Leinenführigkeit und Gehorsam stehen genauso auf der Prüfungsliste wie Übungen mit lauten Geräuschen zur Schreckhaftigkeit, das Dulden von Umarmung, Hochheben und Bürsten durch eine fremde Person und natürlich auch der Futterneidtest und das Verschmähen von heruntergefallenen Leckerlis (Käse). Anschließend werden die Teilnehmer mit ihren Hunden in der Interaktion mit den Heimbewohnern beurteilt. Der erste Eindruck soll wie immer im Leben stimmen: Warmherzig begrüßen die angehenden Therapiebesuchshundebesitzer die Senioren, stellen sich und den Hund vor und kommen so ins Gespräch. Bei vielen verschiedenen Spielen und Vorführungen, und hier sei gesagt, dass die Kreativität der Teilnehmer wirklich vorbildlich war, wurden die Bewohner miteinbezogen, sei es aktiv, in dem sie z. B. Leckerlis auf eine Schnur auffädeln oder ein Spielzeug werfen sollten, oder passiv, in dem sie einfach ihre Freude am Zuschauen hatten. Auf jeden Fall gab es viele lächelnde Gesichter und erstaunte Ausrufe, wenn ein Spiel besonders gut gelang. Alle Teams hatten sich hervorragend vorbereitet und somit konnte nach einer kurzen Nachbesprechung verkündet werden: Alle acht Teams bestanden!

Ein erfolgreicher Tag ging nun also zu Ende: Isabel Marschall kann auf acht weitere gut ausgebildete Therapiebesuchshunde-Teams zurückschauen. Die Teams werden zukünftig in Seniorenheimen, Behindertenheimen und Schulen ihren Einsatzbereich finden und viel Freude schenken, soviel ist sicher. Souveräne Hunde, die durch die Ausbildung eine tiefe vertrauensvolle Bindung zu ihrem Besitzer haben, gehen gefestigt in ihren Alltag.

Für alle interessierten Hundebesitzer sei schon mal gesagt, der nächste Therapie-Besuchshundekurs startet im April 2012.