Intensivwoche 2010

Endlich war es soweit: Die lang geplante und herbeigesehnte Intensivwoche begann am 26.09.2010. In freudiger Erwartung trafen wir uns am Sonntag im Seehotel Moldan in Postmünster in der Nähe von Passau. Der herzliche Empfang im Hundehotel war uns sicher, denn hier ist alles auf ‚Rund um den Hund’ ausgerichtet, und nachdem jeder sein Zimmer bezogen hatte und die erste Aufregung der Fiffies sich gelegt hatte, trafen wir uns im Hotelrestaurant zum ersten gemeinsamen Abendessen und Lagebesprechung, die Hunde warteten natürlich brav auf den Zimmern.

‚Wir’, das sind:
Natürlich Chefin Isabel mit Timberly, Vita und Dyos
Karin und Gerhard mit Kimberly
Christine mit Mika und Justus
Anette mit Mary und Toffee
Katja mit Elvis
Margret und Klaus mit Zawadi

In gemütlicher entspannter Runde bei leckerem Essen erklärte uns Isabel, wie die Intensivwoche in etwa ablaufen sollte, ließ uns allerdings auch ein wenig zappeln, denn sie verriet nur soviel, dass sie einige Überraschungen für uns und die Hunde vorbereitet hatte. Sehr schön, vielen Dank, Isabel: Die Spannung wuchs!

Nun also lest und staunt, was wir alles gemacht haben. Unsere Hunde träumen sicher immer noch davon, und wenn beim Schlafen die Pfötchen zucken, dann laufen sie bestimmt noch im Traum über die Wiesen am See…

Montag: Bei strahlendem Sonnenschein rückten wir nach dem üppigen Frühstück an, um endlich die Umgebung des Hotels in Augenschein zu nehmen. Die Hunde spürten unsere freudige Anspannung, was Isabel natürlich zu Recht sofort zum Anlass nahm, den Unterricht mit Gehorsamsübungen wie Fuß laufen, Sitz, Platz in allen Variationen zu beginnen, um in die Mensch- und Hundetruppe erstmal Ruhe zu bringen. Nichts leichter als das! Auch die Ablage der Hunde außer Sicht stellte kein Problem dar. So, nun stand dem Apportieren nichts mehr im Wege. Das Gelände rund um den See bot Platz und Abwechslung für die verschiedensten Übungen. Wir liefen zum Beispiel in einer Reihe nebeneinander mit den Hunden, das sogenannte Walk-Up, einer warf dann einen Dummy und ein anderer schickte seinen Hund, um ihn zu holen. Also höchste Aufmerksamkeit für die Hunde war angesagt. Wir übten, die Hunde entsprechend einzuweisen, wenn zwei Dummies geworfen wurden, so dass gewährleistet war, dass der Hund nur den Dummy zurückbringt, der auch vom Mensch gefordert wurde. Dann versammelten wir uns vor einem großen Gebüsch und warfen alle vorhandenen Dummies hinein (vorher gut durchzählen!!) und nacheinander wurden die Hunde hineingeschickt, um jeweils einen zu holen. Die ersten Hunde hatten natürlich leichtes Spiel, dann dauerte es immer länger und – okay – bei den letzten mussten wir ein wenig mithelfen…Aber alle Dummies und alle Hunde sind wieder aufgetaucht, das war die Hauptsache. Der See bot sich für das Apportieren am Wasser geradezu an. Für die Labradore natürlich kein Problem, alles Wasserratten! Bei den beiden Bearded Collies mussten jedoch einige Überredungskünste eingebracht werden. Aber Geduld und Konsequenz in Form vom langen Atem führten auch hier zum Erfolg.

Da das Wetter so einladend war, verlegten wir die für dienstags geplanten Nachmittagsstunden spontan und waren also nachmittags wieder mit den Hunden am See. Dort gab es einen aus einzelnen Pontons bestehend Steg, den es nun mit den Hunden zu bezwingen galt. Eine wackelige Angelegenheit, aber auch hier zeigten sich unsere Hunde souverän und vertrauten der Führung des Menschen.

Der schwierigste Teil für die Hunde und gleichzeitig der schönste Teil für uns war das nun folgende Picknick, denn sie mussten ja nun brav bei uns liegen und uns beim Essen zuschauen. Picknickdecken, Kuchen, Kaffee und Tee waren ja noch schnell organisiert und Klaus, unser Packesel, schleppte für uns alles zum passenden Plätzchen.

Am Ende des Tages waren wir alle müd geschafft und die Hunde blinzelten nur noch mit einem Auge vom Kisschen hoch, um uns zu sagen: Ja, geh ruhig Abendessen, aber ich geh keinen Meter mehr!

Dienstag: Der hauseigene Agility-Platz stand heute zunächst auf dem Programm. Isabel führte uns und unsere Hunde an die Geräte. Es stand alles zur Verfügung: Von Hürden über Wippe über Slalomstangen und Reifen zu Tisch und Steg. Tunnel in verschiedenen Variationen und eine A-Wand gehörten ebenfalls dazu. Unsere Hunde waren mit Freude und Motivation bei allem dabei. Die Kunst bestand hier wieder daraus, die Hunde mit Ruhe und Sicherheit über die Geräte zu führen. Auch die noch junge Zawadi ohne große Agility-Erfahrung meisterte die Aufgaben hervorragend. Einfach schön ist es, mit den Hunden zum Abschluss größere Parcour abzulaufen, selbst zu erkennen, wo der Hund noch Hilfestellung benötigt und die Fortschritte zu genießen.

Da dies für die Hunde ein Höchstmaß an Konzentration erfordert, fand die zweite Stunde zum Ausgleich wieder auf den schönen Wiesen am See statt, wo wir das Apportieren vom Vortag noch einmal festigten, also die Verloren-Suche der vielen Dummies im Gebüsch und den Walk-Up ebenfalls. Wenn man bedenkt, dass unsere Hunde permanent von anderen Spaziergängern mit und ohne Hund oder gar ganzen Hunderudeln, die vom hoteleigenen Personal ausgeführt wurden, abgelenkt wurden, können wir ganz schön stolz sein, wie toll unsere Hunde gehorchen und aufmerksam auf uns achten.

Mittwoch: Um das Gehorchen auf Distanz zu festigen, hatte sich Isabel hier was Besonderes ausgedacht: Das Longieren am großen Kreis. Während Gerhard und Klaus einen 16 m im Durchmesser umfassenden Longierkreis aufbauten und einen kleinen Baby-Kreis extra für Zawadi, begannen wir wieder mit Gehorsamsübungen. Kein Problem, Isabel, das machen wir gerne, denn im Alltag kommt das ja doch immer wieder zu kurz. Dachten wir. Aber als Isabel nun überall die verschiedensten Leckereien auf der Wiese verteilte, und wir mit den Hunden erst an der Leine und dann frei bei Fuß daran vorbeigehen sollten, ohne dass die Hunde die Leckerchen auch nur eines Blickes bzw. eines Riechens würdigen, war klar, dass dies eine Herausforderung wird. Da war die Verführung nun anfangs doch sehr groß! Aber wieder einmal übten wir mit Konsequenz und Nachdruck und wurden wieder belohnt: Alle Hunde gingen sauber bei Fuß, konnten mit den Leckereien wie Trocken-Pansen oder Kau-Knochen direkt vor der Nase abgelegt und abgerufen werden, ohne dass die Nase Richtung Boden ging. Wieder ein Schritt mehr, um die Bindung im Mensch-Hund-Team zu festigen. Nun aber zum Longieren: Zum Eingewöhnen begannen wir mit dem einzelnen Longieren, wie wir es kennen, Ziel sollte jedoch diesmal sein, tatsächlich in der Kreismitte stehenzubleiben und den Hund von dort aus zu dirigieren, also Sitz, Platz und Steh auf Distanz üben, sowohl über Kommando, Körpersprache als auch Pfeife. Der krönende Abschluss war jedoch, alle Hunde gleichzeitig an dem großen Kreis zu longieren. Es war ehrlich eine Schau, die Hunde in verschiedenen Richtungen um den Kreis laufen zu sehen, die Augen und Gedanken nur bei Herrchen/Frauchen, obwohl die Ablenkung durch die anderen Hunde nicht hätte größer sein können. Das war eine tolle Erfahrung.

Die Trainingseinheit beendeten wir mit einem besonderen Event: Meditation für Mensch und Hund. Im Seminarraum des Hotels breiteten wir unsere mitgebrachten Decken und Kissen aus, ließen uns über CD durch eine entspannende Meditation führen, die Hunde an uns gekuschelt. Zugegebenermaßen – Dyos und Mika finden Meditation voll blöd. Aber alle anderen waren gaaanz entspannt.

Donnerstag: Heute galt es, eine besonders gute Figur zu machen, denn wir sollten beim Training gefilmt werden. Kein Problem, dachten wir. Was wir nicht wussten: Niemand sollte seinen eigenen Hund heute führen, per Los wurden die Hunde den Menschen zugeteilt! Und nun begann der Spaß!

Katja führte Mary, Anette führte Elvis und Margret hatte Vita in der ersten Gruppe. Während Margret mit Vita, die wie ein Lämmlein mitlief, natürlich den ersten Preis gezogen hatte, hatten Katja und Anette ihre liebe Not. Zunächst mit den Hunden an der Leine war die Welt noch in Ordnung: Wir liefen Abschnitte aus dem BH-Prüfungsrepertoire und die irritierten Hunde hatte zwar ein Fragezeichen im Gesicht, liefen aber brav mit. Sobald wir ableinten und die Übungen frei bei Fuß machten, sah das ganz anders aus. Die Hunde wollten doch gerne zum jeweiligen Besitzer und es gab einiges Ringelreihen und Korrigieren. Natürlich war das Gelächter groß. Einzig Vita trottete brav neben Margret her, sie konnte kein Wässerchen trüben. So kam nun jeder an die Reihe und hatte mit den gleichen Problemen zu kämpfen: Christine führte Toffee, Isabel mit Zawadi, Karin mit Mika, Gerhard mit Justus, Christine führte noch mal Kimberly…usw. Situationskomik gab es zum Abschluss, als Gerhard mit Justus, Christine mit Kimberly und Karin mit Mika liefen. Nach der Ablage sollte Gerhard Justus abrufen: Der einzige, der liegen blieb, war Justus, dafür sprangen Mika und Kimberly auf und liefen überkreuz zu ihren jeweiligen Frauchen. Nach einiger Sortiererei das gleiche Spiel wieder, aber letztendlich hat es doch geklappt. Wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß! Zum Vergleich machten wir die ganzen Übungen noch mal mit unseren eigenen Hunden, wurden auch hierbei gefilmt. Die Analyse aus dem Filmmaterial folgte dann nach dem Abendessen. Mit unserem Gelächter haben wir wohl das ganze Restaurant unterhalten, aber das war die Sache wert. Selten so gelacht.

Freitag: Der letzte Tag in der Intensivwoche bot natürlich noch mal etwas ganz besonderes: Unsere Hunde sollten schwimmen gehen! Am hauseigenen Hunde-Swimming-Pool sollten Dummies aus dem Wasser apportiert werden. Kein Problem sollte man denken, denn das Apportieren am See klappte ja hervorragend. Doch durch die Wasserspiegelung, den rutschigen Untergrund, die Geräusche waren die Hunde doch sehr irritiert. Es bedurfte einiger Überredungskünste, die Hunde in den Pool zu führen und zum Schwimmen und Apportieren zu bringen. Letztlich auch hier sind das Vertrauen und die Bindung im Mensch-Hund-Team wichtig, denn der Hund lernt, dass ihm auch in ungewohnten Situationen nichts passiert, wenn er auf die Führung des Menschen vertraut. Einzig die Draufgänger Dyos und Mika wagten den Sprung vom Beckenrand, die anderen Hunde wurden langsam über die Treppe an die Sache herangeführt. Nach dem Schwimmen ist man ja bekanntlich hungrig. Isabel hatte deswegen also folgendes mit uns im Sinn: Wieder mal machten wir die Wiesen am See unsicher. Erneut galt es, Ausschnitte aus dem BH-Prüfungslauf zu absolvieren, nur sollten die Hunde diesmal keine Leckerchen bekommen, sondern nur die Menschen. Genüsslich Brötchen kauend, Käse und Würstchen mampfend machten wir also unser Training, während die Hunde neben uns herlaufen mussten und dumm aus der Wäsche guckten. Ungläubige Hundeblicke ignorierend liefen wir über die Wiesen, noch nie sind die Hunde so gut Fuß gelaufen. Die Mehrhundbesitzer waren die Glücklichen, denn man musste ja pro Hund ein Brötchen verdrücken! Nachmittags longierten wir erneut am großen Kreis, denn die Arbeit mit dem Hund auf Distanz sollte nochmals gefestigt werden. Auch übten wir das Abrufen der Hunde um den Kreis herum. Auch hier durften die Hunde den Kreis nicht betreten. Und der Abschluss der Intensivwoche bildete wiederum eine Meditation, damit wir alle einen ruhigen und entspannten Ausklang erleben konnten.

Fazit: Eine Woche, die intensiver für Mensch und Hund nicht hätte sein können. Da wir uns untereinander sehr gut verstanden haben, lief alles sehr harmonisch ab. Nichts artete in Stress aus, denn die individuellen Wünsche und Besonderheiten wurden immer so gut es ging berücksichtigt. Vielen Dank für die tollen Erlebnisse und Eindrücke, die Du uns beschert hast, liebe Isabel, für Deine unermüdliche Motivation, uns Freude an den Hunden zu schenken.