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Intensivwoche 2010
Endlich war es soweit: Die lang geplante und herbeigesehnte Intensivwoche begann am 26.09.2010. In freudiger
Erwartung trafen wir uns am Sonntag im Seehotel Moldan in Postmünster in der Nähe von Passau. Der herzliche
Empfang im Hundehotel war uns sicher, denn hier ist alles auf ‚Rund um den Hund’ ausgerichtet, und nachdem
jeder sein Zimmer bezogen hatte und die erste Aufregung der Fiffies sich gelegt hatte, trafen wir uns im
Hotelrestaurant zum ersten gemeinsamen Abendessen und Lagebesprechung, die Hunde warteten natürlich brav auf den Zimmern. Nun also lest und staunt, was wir alles gemacht haben. Unsere Hunde träumen sicher immer noch davon, und wenn beim Schlafen die Pfötchen zucken, dann laufen sie bestimmt noch im Traum über die Wiesen am See… Montag: Bei strahlendem Sonnenschein rückten wir nach dem üppigen Frühstück an, um endlich die Umgebung des Hotels in Augenschein zu nehmen. Die Hunde spürten unsere freudige Anspannung, was Isabel natürlich zu Recht sofort zum Anlass nahm, den Unterricht mit Gehorsamsübungen wie Fuß laufen, Sitz, Platz in allen Variationen zu beginnen, um in die Mensch- und Hundetruppe erstmal Ruhe zu bringen. Nichts leichter als das! Auch die Ablage der Hunde außer Sicht stellte kein Problem dar. So, nun stand dem Apportieren nichts mehr im Wege. Das Gelände rund um den See bot Platz und Abwechslung für die verschiedensten Übungen. Wir liefen zum Beispiel in einer Reihe nebeneinander mit den Hunden, das sogenannte Walk-Up, einer warf dann einen Dummy und ein anderer schickte seinen Hund, um ihn zu holen. Also höchste Aufmerksamkeit für die Hunde war angesagt. Wir übten, die Hunde entsprechend einzuweisen, wenn zwei Dummies geworfen wurden, so dass gewährleistet war, dass der Hund nur den Dummy zurückbringt, der auch vom Mensch gefordert wurde. Dann versammelten wir uns vor einem großen Gebüsch und warfen alle vorhandenen Dummies hinein (vorher gut durchzählen!!) und nacheinander wurden die Hunde hineingeschickt, um jeweils einen zu holen. Die ersten Hunde hatten natürlich leichtes Spiel, dann dauerte es immer länger und – okay – bei den letzten mussten wir ein wenig mithelfen…Aber alle Dummies und alle Hunde sind wieder aufgetaucht, das war die Hauptsache. Der See bot sich für das Apportieren am Wasser geradezu an. Für die Labradore natürlich kein Problem, alles Wasserratten! Bei den beiden Bearded Collies mussten jedoch einige Überredungskünste eingebracht werden. Aber Geduld und Konsequenz in Form vom langen Atem führten auch hier zum Erfolg. Dienstag: Der hauseigene Agility-Platz stand heute zunächst auf dem Programm. Isabel führte uns und unsere Hunde an die Geräte. Es stand alles zur Verfügung: Von Hürden über Wippe über Slalomstangen und Reifen zu Tisch und Steg. Tunnel in verschiedenen Variationen und eine A-Wand gehörten ebenfalls dazu. Unsere Hunde waren mit Freude und Motivation bei allem dabei. Die Kunst bestand hier wieder daraus, die Hunde mit Ruhe und Sicherheit über die Geräte zu führen. Auch die noch junge Zawadi ohne große Agility-Erfahrung meisterte die Aufgaben hervorragend. Einfach schön ist es, mit den Hunden zum Abschluss größere Parcour abzulaufen, selbst zu erkennen, wo der Hund noch Hilfestellung benötigt und die Fortschritte zu genießen. Mittwoch: Um das Gehorchen auf Distanz zu festigen, hatte sich Isabel hier was Besonderes ausgedacht: Das Longieren am großen Kreis. Während Gerhard und Klaus einen 16 m im Durchmesser umfassenden Longierkreis aufbauten und einen kleinen Baby-Kreis extra für Zawadi, begannen wir wieder mit Gehorsamsübungen. Kein Problem, Isabel, das machen wir gerne, denn im Alltag kommt das ja doch immer wieder zu kurz. Dachten wir. Aber als Isabel nun überall die verschiedensten Leckereien auf der Wiese verteilte, und wir mit den Hunden erst an der Leine und dann frei bei Fuß daran vorbeigehen sollten, ohne dass die Hunde die Leckerchen auch nur eines Blickes bzw. eines Riechens würdigen, war klar, dass dies eine Herausforderung wird. Da war die Verführung nun anfangs doch sehr groß! Aber wieder einmal übten wir mit Konsequenz und Nachdruck und wurden wieder belohnt: Alle Hunde gingen sauber bei Fuß, konnten mit den Leckereien wie Trocken-Pansen oder Kau-Knochen direkt vor der Nase abgelegt und abgerufen werden, ohne dass die Nase Richtung Boden ging. Wieder ein Schritt mehr, um die Bindung im Mensch-Hund-Team zu festigen. Nun aber zum Longieren: Zum Eingewöhnen begannen wir mit dem einzelnen Longieren, wie wir es kennen, Ziel sollte jedoch diesmal sein, tatsächlich in der Kreismitte stehenzubleiben und den Hund von dort aus zu dirigieren, also Sitz, Platz und Steh auf Distanz üben, sowohl über Kommando, Körpersprache als auch Pfeife. Der krönende Abschluss war jedoch, alle Hunde gleichzeitig an dem großen Kreis zu longieren. Es war ehrlich eine Schau, die Hunde in verschiedenen Richtungen um den Kreis laufen zu sehen, die Augen und Gedanken nur bei Herrchen/Frauchen, obwohl die Ablenkung durch die anderen Hunde nicht hätte größer sein können. Das war eine tolle Erfahrung. Donnerstag: Heute galt es, eine besonders gute Figur zu machen, denn wir sollten beim Training gefilmt werden. Kein Problem, dachten wir. Was wir nicht wussten: Niemand sollte seinen eigenen Hund heute führen, per Los wurden die Hunde den Menschen zugeteilt! Und nun begann der Spaß! Freitag: Der letzte Tag in der Intensivwoche bot natürlich noch mal etwas ganz besonderes: Unsere Hunde sollten schwimmen gehen! Am hauseigenen Hunde-Swimming-Pool sollten Dummies aus dem Wasser apportiert werden. Kein Problem sollte man denken, denn das Apportieren am See klappte ja hervorragend. Doch durch die Wasserspiegelung, den rutschigen Untergrund, die Geräusche waren die Hunde doch sehr irritiert. Es bedurfte einiger Überredungskünste, die Hunde in den Pool zu führen und zum Schwimmen und Apportieren zu bringen. Letztlich auch hier sind das Vertrauen und die Bindung im Mensch-Hund-Team wichtig, denn der Hund lernt, dass ihm auch in ungewohnten Situationen nichts passiert, wenn er auf die Führung des Menschen vertraut. Einzig die Draufgänger Dyos und Mika wagten den Sprung vom Beckenrand, die anderen Hunde wurden langsam über die Treppe an die Sache herangeführt. Nach dem Schwimmen ist man ja bekanntlich hungrig. Isabel hatte deswegen also folgendes mit uns im Sinn: Wieder mal machten wir die Wiesen am See unsicher. Erneut galt es, Ausschnitte aus dem BH-Prüfungslauf zu absolvieren, nur sollten die Hunde diesmal keine Leckerchen bekommen, sondern nur die Menschen. Genüsslich Brötchen kauend, Käse und Würstchen mampfend machten wir also unser Training, während die Hunde neben uns herlaufen mussten und dumm aus der Wäsche guckten. Ungläubige Hundeblicke ignorierend liefen wir über die Wiesen, noch nie sind die Hunde so gut Fuß gelaufen. Die Mehrhundbesitzer waren die Glücklichen, denn man musste ja pro Hund ein Brötchen verdrücken! Nachmittags longierten wir erneut am großen Kreis, denn die Arbeit mit dem Hund auf Distanz sollte nochmals gefestigt werden. Auch übten wir das Abrufen der Hunde um den Kreis herum. Auch hier durften die Hunde den Kreis nicht betreten. Und der Abschluss der Intensivwoche bildete wiederum eine Meditation, damit wir alle einen ruhigen und entspannten Ausklang erleben konnten. |
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